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Geschichte

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Beim Stapellauf 1911 hieß sie „Friedrich“. Sie war als Toppsegelschoner auf der Lühring Werft in Brake gebaut worden. 1923 wurde sie nach Schweden verkauft, hieß ab dann Merry und fuhr jetzt 50 Jahre lang als Frachtschiff in Ost- und Nordsee. Im Laufe der Jahre entfernte man die Masten und baute sie zum Motorschiff um. Nach einem Brand im Jahr 1969 schien das Ende ihres Lebens gekommen zu sein. Aber glücklicherweise fiel sie in die Hände einer Gruppe von Windjammer-Enthusiasten, die 1973 begannen, sie als Segelschiff wieder aufzubauen.

Sie bekam 2 Masten und wurde als Brigantine geriggt. Man suchte und fand überall in England und auf der Welt Original Materialien, die für Takelage und Ausbau verwendet wurden. Ein ehemaliger Tanzboden aus widerstandsfähigem Teak wurde zum Bau der Deckshäuser eingesetzt und uralte englische Kirchenbänke geben dem unteren Salon seine unvergleichlich maritime Atmosphäre. Alle Blöcke wurden aus Holz und teilweise in aufwendiger Handarbeit gefertigt. So entstand mit der „Eye of the Wind“, wie sie jetzt hieß ein Segelschiffsjuwel, das auf der Welt seinesgleichen sucht.

Gleich ihre erste Reise führte sie rund um die Welt. Australien, Südsee, Kap Hoorn sind nur einige Positionsmeldungen, die Seglerherzen höher schlagen lassen. Diese erste Weltumrundung war 1978 beendet und die „Eye of the Wind“ wurde jetzt das Flaggschiff der Operation Drake, einer zweijährigen wissenschaftlichen Expedition unter der Schirmherrschaft von Prinz Charles. Die wechselnden Besatzungen der „Eye of the Wind“ kamen aus aller Herren Länder, hatten aber bereits nach kurzer Zeit eines gemeinsam: sie waren gefangen von der Seele und der Ausstrahlung dieses Schiffes. Man sagt Schiffen ja allgemein eine Persönlichkeit nach – auf der „Eye“ ist sie besonders zu spüren. Und es ist eine durch und durch angenehme und verlässliche Persönlichkeit. Über die Jahrzehnte hat sich so ein „Fanclub“ gebildet, der auch heute noch im Internet aktiv ist, wo die Mitglieder die Geschichte „Ihres“ Schiffes verfolgen und sich immer wieder zum Mitsegeln an Bord verabreden.

Die Optik und die besondere Atmosphäre des Schiffes war es wohl auch, die sie zum Filmstar machten. Ohne zu wissen, dass es sich um die „Eye of the Wind“ handelt, kennen Millionen von Kinobesuchern sie aus Filmen wie „Blue Lagoon“, „White Squall“, „Taipan“ oder „Savage Island“.

Im Jahr 1990 segelte die „Eye of the Wind“ in der Südsee und nahm an der 200 Jahrfeier der Besiedelung der Insel Pitcairn (Meuterei auf der Bounty) teil. In 1991 umrundete sie zum zweiten Mal das Kap Hoorn und war nach 11 Monaten zurück in England. Als Segel-Trainings-Schiff, war sie in der Folgezeit auf den verschiedensten Meeren unterwegs und in den bekanntesten Häfen der Welt zu Gast.

Im Jahr 2000 erwarb sie ein dänischer Unternehmer, restaurierte sie komplett und stattete sie mit modernster Technik und Elektronik für Navigation und Komfort aus. Glücklicherweise achtete er darauf, dass die Restaurierung so vorsichtig erfolgte, dass die „Eye“ ihren Charakter als traditioneller Großsegler behielt. Die Bedienung der Segel erfolgt auch heute noch komplett mit Muskelkraft.

Bis zum Jahr 2009 war die „Eye“ für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich und harrte nach dem überraschenden Tod ihres Eigners einer ungewissen Zukunft. Am 1. April 2009 fand sie mit der FORUM MEDIA GROUP einen neuen Eigner. Dort wird sie jetzt dazu eingesetzt jungen und jung gebliebenen Führungskräften zu zeigen, dass sich die Führung der kleinen Welt „Schiff“ hervorragend eignet, um daraus Lehren für die Führung der Unternehmenswelt zu ziehen. Und unter der Regie des neuen Eigners wird sie ihren Bug auch wieder in die Weiten der Ozeane richten und überall auf der Welt neue Fans und Freunde gewinnen.

 

To sail on the „Eye“

Beneath the stars and the sky

Will capture your heart

 

 

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